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2018 12 OHG Togo J Patan1
Judith Patan berichtet der Klasse 10b vom Leben in Togo. Dort lässt man sich die Kleidung oft bei der Schneiderin um die Ecke individuell nähen. Auch das T-Shirt wurde von Hand bedruckt. Ganz links Gemeinschaftskundelehrerin Britta Betz.
 
 
2018 12 OHG Togo J Patan2
Auf dem riesigen afrikanischen Kontinent ist Togo, etwa so groß wie Bayern, einer der kleinsten Staaten, umfasst aber dennoch Tropen- und Savannenklima mit einer ganzjährigen Temperatur von 25 bis 35 Grad.
 
 
Lebensnahe Berichte über Freiwilligendienst in Westafrika am OHG
 
Judith Patan besucht sieben Schulklassen, um über ihr Jahr in Togo zu
berichten
 
In den Wochen vor den Weihnachtsferien erhielten insgesamt über 200
Schülerinnen und Schüler von Klasse 7 bis 12 des OHG mit Realschule
Besuch von Judith Patan, 27, die erst vor kurzem von ihrem
Freiwilligendienst aus Togo zurückgekehrt ist. Die Tochter des Musik-
und Geschichtslehrers Hartmut Janke war nach Abschluss ihres Studiums
in Öffentlicher Verwaltung ein Jahr lang in einem Waisenhaus, einem
Kindergarten und einer weiterführenden Schule tätig. Lehrkräfte der
Fächer Geschichte, Politik, Erdkunde und Deutsch nutzten ihr
großzügiges Angebot, um ihren Unterricht durch professionell
aufbereitete Reportagen aus erster Hand zu bereichern. Dabei kamen
Fragen der Kolonialgeschichte, der Entwicklungspolitik sowie der
globalen wirtschaftlichen Verflechtungen ebenso zur Sprache wie z.B.
das schmackhafte einheimische Essen, das meist aus regionalen
Produkten mit viel Handarbeit zubereitet wird. Die junge Villingerin
hatte das östliche Nachbarland von Ghana erkennbar in ihr Herz
geschlossen und räumte mit so manchem Vorurteil gegenüber dem Leben in
Afrika auf. Besonders die überschwängliche Lebensfreude, Herzlichkeit
und Zuversicht vieler togoischer Freunde hat es ihr angetan.
 
 2018 Togo Dorfschule Freiwilligendienst
Schulsystem der ehemaligen französischen Kolonialherren übernommen
 
Togo liegt in den fruchtbaren Tropen und gehört mit seinen 8 Mio.
Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt. Etwa 50 % der Bevölkerung
sind Analphabeten, die meisten davon Mädchen und Frauen. Die
Landessprache, die Währung und das Schulsystem der französischen
Kolonialherren wurde auch nach der Unabhängigkeit 1960 beibehalten.
Mit viel Interesse hörten und sahen die OHG-Schülerinnen und Schüler,
dass sich der Schulalltag in Lomé, der Hauptstadt von Togo, dennoch
grundlegend von europäischen Selbstverständlichkeiten unterscheidet.
In den Pausen braucht man auch für ältere Schüler keine
„Bewegungsprogramme“, um die sportlichen und temperamentvollen
Jugendlichen für gesunde Bewegung zu „motivieren“. Der Unterricht wird
erschwert durch Klassenstärken von 50 bis 100 Schülern, veralteten
Schulbüchern und dem Schulgeld. Dies können sich nicht alle Eltern
leisten, so dass vor allem Mädchen teilweise nur unregelmäßig die
Schule besuchen, weil sie in der Landwirtschaft oder beim
Straßenhandel helfen müssen. Aber auch in Togo ist die Freizeit der
meisten Jugendlichen vom Smartphone und vom chatten auf WhatsApp
geprägt. Das Funknetz ist in den größeren Ortschaften recht gut
ausgebaut. Ähnlich wie die alten Autos aus Europa erhalten auch PCs,
Laptops, Fernseher und Handys in Afrika ein ressourcenschonendes
zweites Leben und werden mit handwerklichem Geschick aufbereitet. So
konnte Judith Patan mit älteren Schülern den Umgang mit Word, Excel
und PowerPoint üben.
 
2018 Togo PC Kurs
Aufsatzthema „Freiwilligendienst für mich?“
 
Die Klassen 9a und 9b mussten eine Erörterung über die Frage
verfassen, ob sie selbst einen Freiwilligendienst in einem sogenannten
Entwicklungsland absolvieren möchten. Judith Patan jedenfalls hat das
Jahr zwischen ihrem Studium und der Laufbahn als Verwaltungsfachkraft
als persönlich ausgesprochen gewinnbringend erlebt. Das Leben fernab
der gewohnten Komfortzone hat ihr vor allem gezeigt, wie sehr die
sozialen und familiären Bindungen dort wertgeschätzt werden, zumal
staatliche Leistungen, Arbeitsstelle, Bildungs- und Gesundheitswesen
nicht gewährleistet sind. So manche Anspruchshaltung, beispielsweise
an die lückenlose Reparatur und den Ausbau von Straßen, erscheint in
anderem Licht, wenn man eine ganze Regenzeit auf Sandpisten auf dem
Moped umherfuhr. Dennoch ist es für Frau Patan, die bereits ein Jahr
in Brüssel im Bereich der Bildungspolitik gearbeitet hat, ein großer
Ansporn, an der Qualität der hiesigen Bildung auch professionell zu
arbeiten. Derzeit bewirbt sie sich auf verschiedene Stellen im
Verwaltungssektor des Bildungswesens und sagte den Schülern zum
Abschied: „Für mich persönlich war das Jahr in Togo eine super
erlebnisreiche Zeit, die mein Leben enorm bereichert hat.“
 
2018 Togo Selfie mit Freunden
Text u. Bilder: Hartmut Janke
 
 
Judith Patan berichtet auch auf ihrer Homepage mit vielen Bildern und
nachdenklichen Texten über ihre Erfahrungen in Lomé, der Hauptstadt
von Togo, wo sie Waisenkinder und Schüler im Alter von 5-18 Jahren
betreute:
www.fromtogoaroundtheworld.jmdo.com    (“From Togo around the world”
ohne Leerzeichen)
Infos über Freiwilligendienst: www.weltwaerts.de

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